Therapie von Angststörungen

Angststörungen

Angst ist überlebenswichtig

Das Gefühl ‚Angst‘ ist die natürliche Reaktion auf eine Situation, die als bedrohlich empfunden wird. Es hat eine wichtige Warn- und Schutzfunktion,  sie löst Veränderungen in unserem Körper aus, damit wir besser auf die mögliche Gefahr reagieren können: wir werden wachsam, wir vermeiden die Situation nach Möglichkeit oder sind bereit zu flüchten. Die Angst kann durch ein bestimmtes Objekt verursacht sein, sie kann aber auch unbestimmt sein, wenn die Quelle der Bedrohung (noch) nicht erkennbar ist. Wie unterscheiden sich Angststörungen von normaler Angst?

Angststörungen

Eine Angststörung liegt vor, wenn ein Mensch Angst in Situationen entwickelt, die nicht bedrohlich sind oder wenn die Angstreaktionen unangemessen stark ist. Eine Angststörung kann sich entwickeln, wenn das Stress-System überfordert wird.

Manchmal ist den Betroffenen die Angststörung gar nicht bewusst, weil sie gelernt haben, die Angst-auslösenden Situationen konsequent zu vermeiden. Dieses Vermeiden ist jedoch oft mit sozialem Rückzug verbunden, der in der Folge zu psychischen Belastungen (Einsamkeit, Gefühl des Isoliertseins) führt.

Alleine sind die ersten Schritte schwierig bei Angststörungen

Bei Angststörungen sind die ersten Schritte schwierig, wenn man sie alleine gehen muss

In vielen Fällen jedoch leiden die Betroffenen stark unter der Angststörung. Und vor allem bei nicht Situations- und Objekt-bezogenen Ängsten, wie beispielsweise Panikattacken, kann sich in der Folge zusätzlich noch eine ‚Angst vor der Angst‘ entwickeln.

Angstgefühle können auch in Verbindung mit körperlichen Erkrankungen (z. B. Herz, Atemwege, Gehirn, Schilddrüse, Stoffwechsel, …), mit der Einnahme von Medikamenten, mit Substanzmissbrauch (Alkohol, Nikotin, Koffein, Drogen) und mit psychischen Erkrankungen auftreten. Deswegen ist vor einer Psychotherapie zunächst eine ärztliche Abklärung der möglichen Ursachen wichtig.

Arten von Angststörungen

Nach ICD 10 werden Angststörungen in Phobien und andere Angststörungen unterteilt.

Phobien bezeichnen die Angststörungen, die sich auf konkrete Objekte und Situationen beziehen. Phobien werden unterteilt in

  • Agoraphobie: ursprünglich bezeichnete dieser Begriff nur die Angst vor offenen, weiten Plätzen. Inzwischen wird damit jedoch jegliche Angst vor einer Situation bezeichnet, in der keine Flucht oder kein Rückzug ins vertraute Zuhause möglich zu sein scheint. Das kann beispielsweise die Angst vor Menschenmengen oder vor Reisen in unbekannte Regionen sein. In vielen Fällen ist diese Angst mit Panikattacken verbunden.
  • Soziale Phobien: beziehen sich meist auf bestimmte soziale Situationen in kleinen Gruppen (z. B. Sprechen in der Öffentlichkeit oder mit dem anderen Geschlecht), wobei davon ausgegangen wird, dass vor allem die Angst, sich zu blamieren, im Vordergrund steht ist. Häufig wird von den Betroffenen jedoch die körperliche Angstreaktion (Erröten, Schwitzen , Zittern, Harndrang, …) als stärkste Belastung empfunden.
  • Spezifische Phobien: darunter fallen alle Angststörungen, die durch bestimmte Objekte, wie z. B. bestimmte Tiere, und durch bestimmte Situationen ausgelöst werden. Zu den Situations-gebundenen Ängsten gehören beispielsweise Examensangst, Höhenangst, Klaustrophobie (Angst in engen Räumen wie z. B. Aufzügen), Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor Spritzen, Flugangst, …

Andere Angststörungen werden unterteilt in die

  • Panikstörung, bei der es wiederkehrende schwere Angstattacken gibt, die unabhängig von bestimmten Auslösern oder Situationen auftreten, und die
  • generalisierte Angststörung, die ebenfalls unabhängig von bestimmten Auslösern und Situationen an den meisten Tagen auftritt, und bei der neben psychischen (Sorgen, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, …) auch körperliche  (Spannungen, Zittern, Benommenheit, Schwitzen, Schwindel, …) Symptome auftreten.

Psychotherapie bei Angststörungen

Bei der Psychotherapie von Angststörungen werden unterschiedliche Verfahren erfolgreich eingesetzt. Ziel der Psychotherapie ist es, wieder angemessen auf die problematischen Auslöser reagieren zu können. In der Ammersee-Praxis wird besonders großer Wert darauf gelegt, dass während der Therapie keine Überlastung auftritt.